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Wie man Ziele erreicht

Es ist interessant, wie viele Menschen sich scheuen, im Blog einen Kommentar abzugeben oder eine Frage zu äußern. Interessant insofern, weil ich viele Fragen per persönlicher eMail erhalten habe, die sich auf den Inhalt meiner beiden jüngsten Beiträge im Blog bezogen.

Erlauben sie mir eine persönliche Bitte: Die Blog-Software ist so gestaltet, dass jeder Leser zu jedem Beitrag eine Meinung oder Frage äußern kann. All das wird schön geordnet in einer Datenbank gespeichert und bei Aufruf angezeigt. Jede einmal gestellte Frage samt meiner Antwort darauf ist für jeden, der sich dafür interessiert, nachzulesen.

Vielleicht scheuen Sie sich, als Fragesteller (oder interessierte Person) von Dritten erkannt zu werden? Benutzen Sie einfach eine völlig neutrale eMail-Adresse und ein Pseudonym … niemand ist verpflichtet, seine Identität hier preis zu geben! Post an die benutzte eMail-Adresse sollte Sie aber erreichen, damit Sie informiert sind, wenn Ihre Frage beantwortet wurde.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit und Ihr Verständnis!

Die häufigste Frage betraf die Aussage im Absatz

Erinnern Sie sich, dass Sie jemals gewissermaßen als „Erkenntnis“ bei Einsicht eines Fehlers ausriefen „O Gott, was bin ich dumm!“? Wer denkt in diesem Augenblick daran, dass der Gedanke und die Aussage „ich bin …“ eine der stärksten Kräfte in der Welt der Beschlüsse und des Geistes ist?

Die wiederholt gestellte Frage lautete: „Ist es nicht normal, dass man sich dumm vorkommt, wenn man einen Fehler begangen hat?

Meine Antwort darauf lautet einfach: DIES steht hier nicht zur Debatte, sondern es geht um die Aussage „ich bin dumm“!

Hand aufs Herz: Sind sie wirklich dumm?

Sie werden etwas wie „natürlich nicht, aber ich war dumm, als ich den Fehler machte!“ sagen. Und darauf würde ich Ihnen antworten, nein, Sie waren nicht dumm, sie wussten es entweder nicht besser, oder waren mit ihren Gedanken wo anders, doch nicht bei der Sache. Die Tatsache, dass man eine neue Sicht von etwas erworben hat, kann kein Beweis dafür sein, dass man zuvor dumm gewesen wäre … man hatte bloß eine andere Sicht derselben Sache gewonnen.

Doch auch diese ganze Diskussion geht am Wesentlichen vorbei, und das ist die Aussage (bzw. das Bewusstsein) „ich bin …“ (was auch immer!) „Ich bin“ ist so ziemlich das höchste Bewusstsein, das wir als Menschen erreichen können. Und das Bewusstsein, jemand oder etwas zu sein, geht allem anderen voraus: Dem, was man auf welche Weise tut und dem, was man als Ergebnis seines Tuns hat.

Sich selbst als „dumm“ zu erklären ist im Grunde nichts weiter, als dass man in die Rolle jener schlüpft, die einst vorgaben, einen zu unterrichten und es liebten, jene für dumm zu halten, die ihren Unterricht nicht verinnerlichen. Sie zählen gewiss nicht zu den wahren Menschenfreunden.

Die zweit häufigste Frage betraf meine Haltung gegenüber Affirmationen, die ihm Absatz

Er berichtete mir etwas bedrückt, dass offenbar keine noch so gute „Affirmation“ (wie es von vielen Gurus empfohlen wird), irgend eine Wirkung für ihn erziele.

und

Es war etwas aufwendig, ihn zur Einsicht zu bringen, dass dies keine „Affirmation“ ist, sondern eine klare Definition seines Zieles.

zum Ausdruck kommt, und eigentlich nicht weiter dargelegt wurde.

Nun, Affirmationen sind eine Art „psychologischer Trick“, der in fast allen Werken, die mir untergekommen sind, den Leser auf eine falsche Spur setzt. Ich denke, dass dies jedem, der je systemisch zu denken gelernt hat und NICHT Psychologie in ihren verschiedensten Ausformungen studiert hat, rasch einleuchtet.

Der Mensch (also jeder von uns) ist nicht am stärksten, fähigsten, wendigsten und kreativsten, wenn er einem (wie auch immer geartetem) Programm folgt oder angepasst ist, sondern wenn er mit der Kraft eines freien Geist in völligem Gewahrsein eine Sache im JETZT betrachtet und entsprechend dem handelt, was er wahrnimmt.

Erfolg haben wir immer dann, wenn wir mit einer Sache so vertraut sind, dass wir sie in ihren vielfältigen Erscheinungsformen stets als das erkennen, was sie ist, und wenn wir stets die unserer Absicht am besten dienliche Entscheidung treffen und Handlung(en) setzen.  „Affirmationen“ in der üblichen Ausprägung helfen uns dazu in keiner Weise.

Der Unterschied  zwischen Affirmation und dem, was ich Hartmut geraten habe, liegt einfach in der Intention und im Ergebnis. Ich kann nicht wirklich sagen, was die Intention und das Ergebnis einer Affirmation ist. Aber ich kann recht genau sagen, was die Intention und das Ergebnis der empfohlenen „Befragung“ ist:

Hartmut wurde (und jeder, der es ehrlich versucht wird) dadurch mit den Aspekten seines Zieles vertraut. Er wird durch die Fragestellung (und die Haltung, dass er dem Fragesteller zu völliger Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit verpflichtet ist) veranlasst, sich mit dem, was sein Ziel für ihn wirklich bedeutet, gründlich auseinander zu setzen. Statt sich, (wie bei einer Affirmation) auf eine bestimmte Sache einzugrenzen, weitet sich sein Blick bei dieser Art der Kontemplation.

(Und nebenbei wird er am Ende dahinter kommen, dass die höchste Autorität, welcher er Aufrichtigkeit schuldet, er selbst ist!)

Natürlich will ich damit nicht sagen, dass eine Affirmation an sich solches nicht leisten könne, meine Beobachtung von sehr vielen „Affirmanten“ jedoch lehrt mich, dass ihre Lehrer ihnen nie wirklich beigebracht haben (oder selbst es nicht besser wussten), welchem Zweck die Affirmation dienen soll und wie sie angewandt würde, um ihn zu erreichen.

Umgekehrt habe ich die Erfahrung mit (zugegeben nicht ganz so vielen) Personen, die mit meiner Hilfe eine gewisse Vertrautheit mit ihren Zielen erworben haben. Das Ergebnis „es hat mir nichts gebracht“ war bestimmt nicht schlechter als 1 aus 30, während ich, außer bei Autoren und „Gurus“ kaum jemanden getroffen habe, der über die Wirksamkeit von Affirmationen überzeugt gesprochen hätte.

Und wir sollten bei dieser Diskussion bitte schön nicht aus den Augen verlieren, dass ich hier weder eine Sache (Affirmation) verurteilen, noch eine andere (Kontemplation) verteidigen möchte, sondern schlicht eine Erklärung liefern will, weshalb ich in meinem Beitrag primär vom Sein und vom Glauben (über sich selbst und über die eigenen Fähigkeiten) gesprochen habe.

Erst wenn man viele Aspekte einer Sache betrachtet hat, gewinnt man so große Vertrautheit mit ihr, dass man die Gewissheit gewinnt, immer eine Wahl zu haben. „Arm dran“ ist nur jener, der für sich (und seine Ziele) „keine Wahl“ sieht. Wer frei von Zweifel ist über die Vielfalt von Wahlmöglichkeiten, der wird kaum in eine Lage kommen, in welcher er „verzweifelt versucht“, etwas zu erreichen. Er wird recht- und frühzeitig nach einer besseren Wahl Ausschau halten und sie finden, WEIL er keinen Zweifel hegt, dass sie vorhanden ist.

Ich glaube, auch ich würde jemanden, der von einer Sache überzeugt ist und dennoch stur ihr Gegenteil sucht, für nicht ganz heil im Oberstübchen halten.

Die Erfahrung in unserer ach so Wissenschafts-gläubigen Zeit und Gesellschaft hat mich gelehrt, dass hinter jedem Versager zuerst ein Zweifler steckt … ein Zweifler an den eigenen Fähigkeiten, am eigenen Sein, an den eigenen Möglichkeiten und an weiß der Himmel was noch allem … Für den Zweifler  gibt es gewöhnlich nichts, woran er sich halten und was ihn stützen könnte. Wenn ihm aber auch noch die Fähigkeit genommen würde, sich ein Ziel zu setzen und davon zu träumen, dass er es erreichen könnte, dann haben wir nicht mehr einen Zweifler vor uns, sondern einen Toten.

Können wir ihn jedoch von Zweifeln beträchtlich befreien, dann wird er im gleichen Maße lebendiger und fähiger, seine Ziele zu erreichen. Und nach meiner persönlichen Erfahrung (nicht nur an mir selbst, sondern auch mit vielen Freunden) weiß ich, dass „Vertrautwerden“ und „Vertrautsein“ mit einem als persönlich für wichtig erachtetem Ziel viele Zweifel lindert und zwangsläufig Möglichkeiten eröffnet.

Mir liegt nichts daran, hier jemanden zu „missionieren“ oder „auf meine Seite zu ziehen“ … ich gebe nur meine Erfahrung wieder und überlasse es jedem, seine eigenen Urteile und Schlussfolgerungen zu ziehen. Und natürlich weiß ich auch, dass es nicht wenige Menschen gibt, die zu eigenem Urteil nicht (mehr) fähig sind und sich deshalb das Urteil anderer zu eigen machen und als ihr eigenes vertreten.

Für mich gilt auch als Gewissheit: Erfolg ist eine Frage der Einstellung, nicht eine Frage der Umstände!

Helmut W. Karl
Copyright 2012

Wichtige Ziele im Leben erreichen

Viele Menschen tun sich schwer damit, Ziele zu erreichen, die sie sich nach reiflicher Überlegung als „wichtiges Ziel“ gesetzt haben. Obwohl die Frage, was denn nun eigentlich ein Ziel genau ist, auch ein wesentlicher Aspekt dieses Vorhabens ist, widme ich den heutigen Beitrag einem anderen Aspekt der Zielsetzung.

Vielleicht ist es nicht Anhieb klar, dass es ganz gar nicht egal ist, „wer“ ein Ziel setzt, und „wer“ es erreichen will und soll. All zu leicht nehmen wir ohne einen weiteren Gedanken an, es sei ja klar: ICH bin es, der sich ein Ziel setzt, der es erreichen will und soll.

Wie viele Menschen sind sich klar darüber wer sie tatsächlich – also in ihrer Wirkung auf die Welt und auf ihre Umgebung – sind?

Wir sind gewöhnlich viel zu rasch bereit, gerade über diese „Kleinigkeit“ oberflächlich zu hüpfen wie ein Kind über die Felder beim Tempel hüpfen.

Erinnern Sie sich, dass Sie jemals gewissermaßen als „Erkenntnis“ bei Einsicht eines Fehlers ausriefen „O Gott, was bin ich dumm!“? Wer denkt in diesem Augenblick daran, dass der Gedanke und die Aussage „ich bin …“ eine der stärksten Kräfte in der Welt der Beschlüsse und des Geistes ist?

Ein wahrer Beschluss schafft nicht nur Tatsachen, er schafft auch das gesamte Umfeld seiner selbst, um die beste Voraussetzungen zu seiner Verwirklichung zu schaffen.

Dieser Aspekt des „ich bin …“ war der eigentliche Anfang der „Transformation“ meines Freundes Hartmut zum erfolgreichen Unternehmer und glücklichen Menschen. Im Beitrag über „unwichtige Ziele im Leben“ habe ich nur den jüngst zurück gelegten Abschnitt in Hartmuts Leben beleuchtet.

Hier greife ich den fast ersten Abschnitt meiner Begleitung auf seinem Lebensweg auf.

Hartmut hatte damals meine „Erfolgsfibel“ erworben und berichtete mir damals, dass er schon früh aufgegeben habe, sich auf die Verwirklichung seiner Ziele einzustellen und zu freuen. Im Grunde konnte er die Informationen  der „Erfolgsfibel“ nicht mit seiner persönlichen Lage im Einklang bringen und wirksam anwenden.

Seine Überzeugung, dass er eben in bestimmten Grenzen gefangen sei, war (für mich deutlich erkennbar) der eigentliche Grund für seine Erfolglosigkeit. Er berichtete mir etwas bedrückt, dass offenbar keine noch so gute „Affirmation“ (wie es von vielen Gurus empfohlen wird), irgend eine Wirkung für ihn erziele.

Wir setzten daher an dem Punkt an, wie er seine persönliche Lage einschätzte und was er denn eigentlich wirklich erreichen wollte.

Mit viel Kommunikation und Coaching kamen wir zu einer Aussage darüber, wie er sich selbst sah (oder sehen wollte), die bestimmte (von mir vorgegebene) Merkmale erfüllte, und der er zustimmen konnte. Sie lautete in etwa:

Ich bin der verantwortliche Leiter meines Unternehmens, das Gewinne erzielen muss.

Es war etwas aufwendig, ihn zur Einsicht zu bringen, dass dies keine „Affirmation“ ist, sondern eine klare Definition seines Zieles. Meine Aufgabe an ihn lautete (in etwa):

  • Nimm Dir täglich am Morgen mindestens 30 Minuten zusammenhängende Zeit, um diese Aussage zu „kontemplieren“ und zu betrachten. Zerlege sie in ihre Teil-Aussagen und betrachte (bedenke) diese nach folgenden Gesichtspunkten, wobei Du täglich alle Überlegungen nieder schreibst.
  • Deine Formulierung enthält z.B. die Teilaspekte „verantwortlicher Leiter“, „mein Unternehmen“, „Gewinn erzielen“ … Diese betrachte einzeln und im Verbund.
  • Benutzt dazu eine Software wie „AllMyNotes Organizer“ (Sprache wählen!), mit der Du Deine Aufzeichnungen in Form eines Journals täglich speichern, erweitern, modifizieren oder erneuern und verschlüsselt speichern kannst. Änderst Du eine frühere Aufzeichnung, kopiere sie in den neuen Journalantrag und ändere sie da … lasse alle einmal erstellten Einträge im Journal unverändert stehen!
  • Nimm zu dieser Zeit an, Du seist bei deinem Rabbi, Pfarrer, Beichtvater, Mentor, Schöpfer, Erlöser, Guru oder sonst einer Entität, der Du uneingeschränkte Ehrlichkeit zugesichert hast.
  • Die Frage kommt von dieser Entität und Du sollst sie so wahr beantworten, wie es Dir möglich ist. („Wahr“ heißt hier nicht „objektiv wahr“, sondern so genau wie möglich, wie du sie als wahr ansiehst!)

Und dies sind die Fragen, die Du beantworten sollst:

  1. Was bedeutet diese Forderung/Erwartung/Aussage für dich selbst?
  2. Warum wünschst, möchtest und erhoffst du es? (Achte auf „Mittel zum Zweck“ – es ist der Zweck, nicht das Mittel! Geld zum Beispiel ist niemals ein Zweck, sondern immer nur ein Mittel – etwa, um eine gemietete Wohnung zu haben.)
  3. In welchem Grad ist das Erwünschte und  Erhoffte angenehm oder erstrebenswert, bzw. welchen Lustgewinn soll es dir bringen?
  4. Für den Fall, dass diese Forderung/Erwartung/Tatsache nicht möglich wäre (nicht verwirklichst würde): Was fürchtest du, wovor ängstigst du dich insgeheim? Was suchst du dir selbst oder anderen zu verheimlichen?
  5. Warum ängstigst, fürchtest du dich davor, also welche Sorge, Last suchst du zu vermeiden?
    1. In welchem Grad wäre das unangenehm?
    2.  Wie wird die Situation wirklich sein, wenn das Befürchtete eintritt?
  6. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass es überhaupt eintritt?
  7. Ruhen deine Wünsche und Hoffnungen sowie deine Befürchtungen vielleicht auf Fehleinstellungen?
  8. Beruhen deine Wünsche, Hoffnungen, Befürchtungen vielleicht auf Fehlvorstellungen?
  9. Wie könnte solch eine Fehleinstellung bzw. Fehlvorstellung gestaltet sein?
  10. Wenn du Fehleinstellungen oder Fehlvorstellungen vermutest:
    1.     – Wie verhält es sich in Wirklichkeit?
    2.     – Welche Möglichkeiten gibt es zur raschen Klärung von Zweifeln?
  11. Was an Mitmenschen (mit diesen Qualitäten) erscheint dir angenehmem, liebens- und erstrebenswert?
  12. Was an den Mitmenschen (ohne diese Qualität), magst du nicht leiden, erscheint dir unangenehm, lehnst du ab oder hasst du gar?
    1.     – in welchem Grad sind die ihre einzelnen Eigenschaften und Fähigkeiten unangenehm?

Für Hartmut war der Anfang hart, er brauchte oft Zuspruch und Coaching. Aber schon nach etwa einem Monat (während dem er ganz bestimmt nicht täglich seiner „Morgenbetrachtung“ nachgegangen ist!), änderte sich seine Haltung: Er begann, die Dinge mit anderen Augen zu betrachten, sie viel leichter zu nehmen, und wir konnten seine „Forderungen an seine Zukunft“ zügig ausweiten.

Am Ende hatte Hartmut allein und ohne viel Coaching eine „Morgenbetrachtung“ aus 18 Sätzen, aus denen er am Morgen jeweils einen zum „Motto des Tages“ erkor, betrachtete und seinen Tag entsprechend gestaltete.

Seine Erfolge traten, oft zu seiner Verwunderung, ohne besondere Anstrengung ein, die er von früher gewohnt war. Bei Zusammenkünften war „lockerer“, viel flexibler in seinen Ansichten, und hinterließ insgesamt recht gelöste Eindrücke.

Was war der wesentliche Aspekt dieser „Therapie“? Hartmut hatte aufgehört, sich selbst als „unfähig“, als „beschränkt“, als „unwissend“ zu sehen, und hatte durch diese Arbeit die Gewissheit erlangt, dass es in jeder Situation eine Unmenge von Alternativen gibt., die er ergreifen konnte.

Oder in anderen Worten, dass „ich habe keine andere Wahl“ oder „ich kann nicht„, „ich bin (etwas anderes als das, was wahr ist)“  usw. nichts weiter als eine „selbst geschaffene Wahrheit“ ist, an die man in der Folge glaubt und die einem deshalb alle andere Wege versperrt.

Und letztlich war für ihn zur Gewissheit geworden: Erfolg ist eine Frage der Einstellung, nicht eine Frage der Umstände!

Helmut W. Karl
Copyright 2012

„Unwichtige“ Ziele im Leben erreichen

Mein Freund – nennen wir ihn Hartmut – erzählt mir vor Langem von seinen Schwierigkeiten, weil sein Beruf ihn so sehr beanspruche, dass er im Grund gar nicht mehr wisse, wie er seine Freizeit verbringen sollte. „Freizeit“ sei unwichtig geworden, langweilig … er wisse nichts mehr damit anzufangen. Für ihn sei das Leben nur mehr Beruf, doch die Arbeit, die sein Beruf ihm abfordere, mache ihm immer weniger Freude und er empfinde sie immer mehr als erdrückende Belastung. Was könne er tun?

Ich hatte ihm damals geraten, sich doch „die Erfolgsfibel“ herab zu laden, darin ein Kapitel pro Tag (und möglichst nie mehr als das) zu lesen, und die im Kapitel behandelten Gedanken ganz gezielt mit seinem Alltag und Leben zu vergleichen. Oh … das war ziemlich „harter Tobak“ (also etwas, was einem den Atem verschlägt) für meinen Hartmut! Aber … er hat ja in seinem Leben gelernt, hartnäckig und ausdauernd zu sein (wie er mit berichtete).

Mein Freund sagte mir offen, dass es ihm recht schwer gefallen war, alleine auf sich gestellt, sich mit diesen „esoterischen“ Gedanken zu befassen, aber irgendwie spürte er, dass seine Ansichten sich stetig, wenngleich nicht radikal, änderten und sein Leben leichter wurde. Er sah einfach in vielen Problemen des Alltages, die ihm früher bloß einen Weg heraus erkennen ließen („keine Wahl gelassen hatten“), immer mehr Alternativen, zwischen denen er wählen konnte, und bei denen er spürte, dass der Einsatz seiner Intelligenz ihn stärkte und zufrieden machte.

An einer Sache aber änderte sich fast nichts: Er war immer noch so fixiert auf „Arbeit“, dass er – jetzt zusätzlich durch die „Arbeit“ an seiner persönlichen Entwicklung eingespannt – keinen Sinn für Freizeit entwickeln konnte.

In unseren Gesprächen kam heraus, dass er sich selbst gar nicht als „Müßiggänger“ vorstellen konnte … für ihn war Leben gleich Arbeit und nur in der Arbeit fühlte er sich lebendig.

Als ich ihn fragte, als was (also: als welche Persönlichkeit) er sich selbst sähe und beschreiben würde, meinte er, er sein ein „verlässlicher Angestellter“, der sich zu 100% für seine Aufgaben einsetzt. Er täte dies freiwillig und aus „innerer Berufung“, und könnte sich gar nicht vorstellen, keine Aufgaben zu haben.

Als ich ihn fragte, wie er sich sein Leben vorstelle z.B. als Pensionist (bzw. Rentner), merkte man deutlich sein Ungemach: Daran wollte er gar nicht denken!

Ich machte ihm den Vorschalg, dass wir gemeinsam eine „Vision“ für seine Freizeit (oder die Zeit im Ruhestand) ausarbeiten könnten, die er an jedem freien Tag (oder so, jedenfalls oft) betrachten und bedenken, und als Einleitung zur Gestaltung seines freien Tages nützen könnte, willigte er ein. Im Verlauf von einigen Monaten kam (mit einigem Coaching) die folgende Vision für ihn heraus:

Ich bin ein freier Mensch in seiner Freizeit und ohne berufliche Pflichten
Ich nehme wahr, fühle, denke, entscheide und handle als lebensfroher freier Mensch;
ich genieße das Leben, meine Freizeit und die Möglichkeiten, die sich mir bieten.
Ich bin stolz und dankbar, als freier Mensch zahllose Wahlmöglichkeiten zu haben;
Ich bin stolz, als freier Mensch meine Möglichkeiten sinnvoll zu nutzen.  
Ich beschließe, einen großartigen, erholsamen Tag zu gestalten und mich zu lieben wie ich bin.
Ein großartiger Tag gelassenen Unbeirrtseins, genussvoller Aktivität und Muße steht mir bevor,
und wenn etwas in mir mich daran hindern könnte, dann will ich es jetzt komplett loslassen:

Egal ob unterdrückt, verdrängt, vergessen oder gar nicht mehr bewusst,
ob eine Verletzung, ob Schmerz, Ärger, Wut oder Abneigung,
ob Angst oder Scham, eine Verlegenheit oder ein früherer Beschluss,
es könnte auch ein Vorurteil, eine Gewohnheit, eine oktroyierte Meinung oder Ansicht,
etwas, das ich glaube oder eine nie geprüfte Annahme sein:
Ich beschließe, jede Ursache für ein vermindertes Selbstwertgefühl oder eingeschränkte Freiheit im Denken
und alles was mich hindern könnte, heute meine Freizeit zu genießen und erfreulich zu gestalten, loszulassen.
Ich fühle mich in der Einheit von Körper, Geist und Verstand wirklich großartig
und ich weiß, dass es mir zusteht.

Ich gebe jede von mir verursachte Beschränkung meiner Entwicklungsmöglichkeiten auf;
ich entlasse jeden einschränkenden, abwertenden Gedanken oder Glauben und jede solche Einstellung;
ich entlasse alles Verbleibende, das mich hindern könnte, meinen freien Tag zu genießen;
und ebenso entlasse ich alles, was mich hindern könnte, einen großartigen Tag zu haben.
So kreiere ich zielbewusst einen wundervollen, erholsamen Tag;
einen Tag, an dem ich mein Leben, meinen Körper und meine Möglichkeiten richtig genieße.
Ich sehe mich als freier, das Leben in vollen Zügen genießender Mensch.
Ich bin stolz auf mein Sosein, auf meinen Körper und das, was ich mit meiner Freizeit anfange.
Ich kreiere heute ich einen großartigen Tag voll Liebe, Kreativität, Zuversicht und Dankbarkeit.

Er kam vielleicht alle zwei oder drei Wochen, wenn er mit einer Formulierung bzw. Aussage nicht mehr ganz einverstanden war. So hatten sich diese drei Abschnitte aus ursprünglich nur einem Absatz mit sehr viel „unschärferen“ Aussagen entwickelt. Hartmut las seine jeweilige Vision an den Vorabenden und Morgen seiner freien Tage aufmerksam durch und überlegte, was davon er für den Tag zu „seinem Tagesthema“ bestimmen würde.

Hartmut tut das immer noch, hat aber seit mehreren Monaten am Wortlaut nichts mehr verändert. Er sagt, er fände jetzt jeden freien Tag eine Aussage, die ihn völlig anspreche und die er als Motto für den freien Tag wählen würde. Innerhalb einige Monate habe er mit Hilfe dieser „Vorabend- und Morgenbetrachtung“ gelernt, tiefe Freude aus seinem Leben zu gewinnen und auch seine Freizeit zu genießen. (Auch seine erotischen Ansprüche und Neigungen seien wieder erwacht.)
Muss ich berichten, dass das Gespräch mit Hartmut eine Person offenbarte, die sichtlich Lebenfreude ausstrahlte?

Vielleicht findet sich der eine oder andere Leser diese Beitrags, der eine ähnlichen Weg hinter sich gebracht hat und an einem Punkt angekommen ist, an dem er so nicht weitergehen will. Und vielleicht bringt er oder sie dann den Mut auf, dieses Denkschema aufzugreifen, mit oder ohne Hilfe Dritter seine ganz auf ihn (/sie) bzw. seine (/ihre) Lebenssituation zugeschnittene Betrachtung zu formulieren und sich wirklich darauf einzulassen:

Einzulassen auf das aufmerksame Lesen, das Betrachten und Überlegen, das Auswählen einer sinnvollen Aussage über einen Seinszustand, der zu diesem Zeitpunkt wirklich erstrebenswert erscheint, und den Entschluss, zumindest diesen einen Tag lang so weitgehend wie (ohne übermäßigen Kraftaufwand) möglich auch tatsächlich zu leben.

Wer sagt, dass nicht jedem Mutigen etwas gelingen könnte, was meinem Freund Hartmut gelang?
Wer, meinen Sie, ist die „einzig bestimmende Kraft“ in Ihrem Leben?
Nur Mut, versuchen Sie’s … Sie gehen kein Risiko ein! Höchstens das, eines Tages zu erkennen, dass Sie allein der Architekt Ihres Lebens waren, der alle wichtigen Aufgaben anderen überlassen hat. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen, dass Ihnen diese Einsicht erspart bleiben möge, dafür aber die Erkenntnis reift, ein großartiger Architekt zu sein!

Und ich wünsche Ihnen für das gerade „geborene“ junge Jahr das Beste, vor allem Gesundheit und unbändige Freude am Leben!
Helmut W.Karl
(c) Copyright 2012

Vermarktung im Web-Zeitalter

Vermarktung, wie wir sie in Handels- oder Berufsschule gelernt haben, funktioniert nicht mehr im Web. Im Webzeitalter geschieht Vermarktung weitgehend anders als wir aus der Vergangenheit kennen. Wer im Web Geschäfte machen will, muss umdenken und braucht eine neue Vision für Marketer.

Früher musste der Anbieter einen potentiellen Kunden finden, auf ihn zugehen und ihm sein Angebot gewisser Maßen mit der Bitte „nun kauf mal schön bei mir“ präsentieren. Jahrzehnte lang hat das so ganz gut funktioniert.

Dann kam das Internet und wälzte alles um, spätestens, seit es als Massenmedium genutzt wird. Fast jeder, vom Schüler bis zum Senioren, kann es bedienen und nutzen. Die Vermarktung aus der realen Welt funktioniert hier immer weniger bzw. eigentlich jetzt schon gar nicht mehr.

Warum ist das so? Fragen wir uns, warum ein Auto so funktioniert, wenn wir es benutzen wollen? Nein … wir wollen wissen, wie man es bedient, um loszufahren.

Also gehen wir auch die Vermarktungsfrage praktisch an fragen nur: Wie nutze ich als Unternehmer das Internet möglichst effizient für die Vermarktung meiner Güter?

Nun, das “neue Vermarkten” funktioniert im Wesentlichen anders herum als früher. Im Internet geht nicht der Verkäufer auf den potentiellen Kunden zu, sondern dieser sucht sich seinen Anbieter nach Gefallen. Lange, bevor ein tatsächlicher Kontakt stattfindet, hat der potentielle Kunde sich schon ein Bild gemacht!

Ergo muss der Anbieter heute primär dafür sorgen, dass der künftige Kunde aus eigener Entscheidung auf den Anbieter zukommt. Das Bindeglied zwischen den beiden ist in mehr als 80% der Erstkontakte eine Suchmaschine und die hier aufzufindenden Informationen. (Das Internet wude als Informationsmedium konzipiert!)

Ihr Neukunde sucht also nach einem Gut, das Sie liefern und wird Sie – wenn Sie alles richtig gemacht haben – auch finden und Kontakt zu Ihrem Geschäft aufnehmen. Dann sind also zwangsläufig nicht ein nerviger Verkäufer, sondern jemand, der Lösungen liefert – also jemand, den man gerne konsultiert.

Wichtigstes Merkmal dieses neuen Vermarktens:

Der Kunde hat einen Bedarf oder ein Problem und geht im Internet auf die Suche nach einer geeigneten Lösung. Er weiß im Hinterkopf bereits, dass er Geld ausgeben wird, er sucht nur noch nach einem Lieferanten, der ihn “anspricht”.

Jetzt macht der Kunde den ersten Schritt auf Sie zu, nicht umgekehrt. Der Kunde will etwas von Ihnen, und wird solange nicht als nerviger Keiler ansehen, wie Sie Ihre neue Rolle verstehen und ausfüllen. Wenn Sie die Botschaft verstehen, die in dieser Handlung steckt, sind Sie Gewinner. Ihr potentieller Kunde sagt Ihnen (durch die Kontaktaufnahme): Du hast mich am meisten angesprochen, am liebsten würde ich mit Dir das Geschäft abschließen, wenn auch sonst alles passt. Er sagt (unausgesprochen), dass er Vertrauen zu Ihnen hat, dass er Ihr Angebot favoritisiert und sein Problem durch Sie lösen lassen will.

Weil jemand, der im Internet nach einem Gut sucht, durchaus absolut willens ist, Geld auszugeben, haben Sie einen Fuß in der Tür, wenn Sie Ihre Ware entsprechend gut “im Internet platzieren”.

Wenn hier die neue Vision für Marketer realisiert ist, dann steht die Tür weit offen. Die einzige Frage, die sich jetzt stellt: Wie platziere ich meine Leistung am wirksamsten?

Antwort: Indem Sie alle im Internet bereit gestellt Information auf den Bedarf des Konsumenten ausrichten und die Fragen des Konsumenten vorausahnen und so beantworten, dass er sich verstanden und angenommen fühlt.

Jedoch ist hier Bedacht geboten … Wenn Sie ALLE Fragen des Kunden erschöpfend beantworten, hat er keinen Anlass mehr, zu Ihnen Kontakt aufzunehmen! Es kommt darauf an, dass Sie mit Ihren Informationen im Web zweierlei Botschaft an den Interessenten übermitteln:

Sie sind Experte auf dem Gebiet und verstehen das Problem des Kunden, und
Sie können das Problem lösen und sind willens, sich seiner anzunehmen.

Natürlich wären Sie nicht sehr geschickt, würden Sie dem Kunden an dieser Stelle die Kontaktaufnahme nicht so leicht wie möglich machen! Und Sie wären geradezu ungeschickt, wenn Sie keine Vorkehrung treffen, dass sich dieser potentielle Kunde Ihnen gegenüber zu erkennen gibt … also Ihnen Name und Kontaktmöglichkeit nennt, damit Sie ihm Ihre Antworten auf seine Fragen zukommen lassen.

Müsste der Kunde jetzt nach der Kontaktmöglichkeit suchen, dann haben Sie ihn mit zumindest 60% Wahrscheinlichkeit bereits wieder verloren, während Sie ihn mit 85% Wahrscheinlichkeit als Kontakt gewonnen haben, wenn es ihm leicht gemacht wurde.

“Vermarktung” ist an dieser Stelle schon fast zu 100% gelaufen … denn die einzige Aufgabe einer der Vermarktung dienenden Website ist es, Kontaktdaten von interessierten potentiellen Konsumenten einzuholen und in der Folge den Interessenten bis zur ERSTEN Kaufbereitschaft zu bringen, ihn also in einen Konsumenten oder Kunden zu wandeln.

Hat die Vermarktung einen Kunden erst einmal gewonnen, dann hat sie mit ihm nichts mehr zu tun … er wird an die Verkaufsabteilung des Unternehmens übergeben, die seine weitere Kontaktstelle für alle weiteren Geschäftsfülle ist.

Auch dies ist ein wesentlicher Aspekt des “neuen Vermarktens”: Es ist nahe am Konsumenten und wirkt überzeugend, Vertrauen bildend, und niemals zum Kaufabschluss drängend. Der zum Erstkontakt willige Konsument ist im Internet noch VIEL zu scheu, um sofort zum Abschluss zu kommen (“impulsive” Ausnahmen mögen die Regel nur bestätigen). Insofern liegt das “neue Vermarkten” viel näher an der “alten Publicrelations” als am hergebrachten “Marketing”, das entsprechend der ganz anders gelagerten Umgebung viel stärker auf Kaufanreiz und Kaufabschluss angelegt war.

Auf alten Wegen schafft es heute niemand mehr, großartige Umsätze einzufahren, für dieses Ziel braucht es schon eine neue Vision für Marketer!

Webarbeit oder Webgeschäft?

Wenn ich die Statistiken vieler Websites betrachte und versuche herauszufinden, was ihre Betreiber denn mit ihrem Webgeschäft erreichen wollen, dann steigen eine Menge Fragen in meinen Kopf auf.

Kürzlich kam zu den Fragen auch eine Art Schlaglicht dazu: Mir wurde plötzlich klar, dass zwischen dem, was jemand „offiziell“ (oder intellektuell) will und dem, was er aus tiefem Selbst heraus (oder emotional) will, eine große Kluft liegen kann.

Der erste Hinweis darauf ergab sich, als ich mich wunderte, wie es sein kann, dass bei offensichtlich so viel investierter Arbeit am Ende so wenig an Substanz heraus kommen kann. Mir fiel eine Episode aus meinen sehr frühen Berufsjahren ein, als ich zum ersten Mal öffentlich die (politische) Forderung nach Schaffung von Arbeitsplätzen hörte.

Damals saß ich an meinem Arbeitsplatz (eine Art mit Messgeräten ausgestatteter Werkbank) und hörte Radio, während ich meiner Arbeit nachging. Ein Arbeitsplatz war für mich so etwas wie meine Werkbank, oder der Schreibtisch meines Schefs, oder die Theke, an der seine Tochter den Verkauf erledigte. „Einen Arbeitsplatz schaffen“ hieß für mich, einen Raum so auszustatten … aber wieso sollt sich ein Politiker darüber den Kopf zerbrechen?

Nun war das zu einer Zeit, wo man im ganzen Land qualifizierte Arbeitskräfte suchte. Jahre später wurde mir klar, dass diese Forderung etwas ganz anderes meinte, als ich verstanden hatte: „Arbeitsplätze schaffen“ war fordern, arbeitslose Leute zu beschäftigen und ihnen so zu Einkommen und Brot zu verhelfen. Nichts Schlechtes also, eigentlich.

Ich war aufgewachsen mit dem Verständnis, dass man „Beruf und Stellung“ anstrebt, um Einkommen und Wohlstand zu erzielen. Erreicht man Beruf und Stellung, dann ist für den Arbeitsplatz gesorgt. Natürlich kann man eine Stellung verlieren, aber wer seinen Beruf beherrscht, findet leicht eine Alternative. Das Schlüsselwort war eindeutig „beherrschen“ – einen Beruf und alles damit Zusammenhängende.

Im Lauf der Zeit wurde der Arbeitsplatz zur politischen Worthülse …  ein Schlagwort, das gut klingt, und für das der Politiker nichts weiter zu tun hat, als es in den Mund zu nehmen. Dass die Politiker damit Geisteshaltung bildeten, erkannten sie nicht; wann gab es zuletzt einen Politiker, der sich der Folgen seines Handelns bewusst ist? Eine ausgestorbene Lebensform!

Und jetzt, scheint mir, kann man die Folgen dieser politischen Entgleisung recht schön im Web beobachten:
Menschen verlieren nicht mehr bloß den Arbeitsplatz, sie verlieren damit auch Stellung, Beruf und Einkommen. Sie suchen nach Alternativen und könnten sich selbständig machen und zumindest wieder ein akzeptables Einkommen erzielen.

In dieser Gleichung fehlt aber – logischer Weise, weil die Politiker der letzten 40 Jahre diesen Faktor eliminiert haben – das eigentlich selbstverständliche Streben nach Sachbeherrschung. Ist es da weit hergeholt, dass sie auch in der „neuen Selbständigkeit“ primär den Arbeitsplatz sehen und die Beherrschung der erforderlichen Tätigkeiten aus ihren Bewusstsein völlig eliminiert haben könnten?

Menschen in wirtschaftlich schwieriger Lage „machen sich selbständig“, indem sie sich selbst einen Arbeitsplatz schaffen statt eines Unternehmens. So können sie wieder „einer Arbeit nachgehen“. Offenbar übersehen sie aber das große Umfeld eines JEDEN Arbeitsplatzes in der Wirtschaft:

Jeder Arbeitsplatz in der realen Wirtschaft ist ein Posten, der im Grunde nur ein Rädchen in einem größeren Getriebe darstellt; jeder Posten erbringt eine Leistung, die zu einem Endergebnis beiträgt. Er kann nicht funktionieren ohne die beitragenden Leistungen der im Getriebe vorausgehenden und im Getriebe nachfolgenden Posten. Jedes funktionierende Unternehmen hat solch eine Struktur.

Will man sich selbständig machen, muss man mit dem großen Ganzen in Sinn beginnen, nicht mit dem „Arbeitsplatz“! Gestaltet man das große Ganze, dann ergeben sich Arbeitsplätze, die man besetzen muss. Schafft man nur Arbeitsplätze OHNE etwas großes Ganzes im Sinn, dann kann es kein Endergebnis geben – außer eben einen Arbeitsplatz mit einem „vollbeschäftigten“ Menschen ohne Wertschöpfung.

Für mich ist damit auch klar, warum solch „neue Selbständige“ stets auf der Jagd nach Gewinn versprechenden Gelegenheiten sind. Der erhoffte Gewinn gibt dem Arbeiteinsatz hoffentlich Sinn. Ein Pferd, von hinten aufgezäumt.

Meist bleibt der Gewinn aus, weshalb für die überwältigende Mehrheit solcher „Unternehmer“ die neue Selbständigkeit in Frustration und Schuldzuweisung. Beträchtlich über 80% solcher „Gründer“ geben enttäuscht auf!

In meinen Augen ist es jedoch nicht eine Frage von Schuld oder Recht, ob ein neuer Selbständiger auch Unternehmer ist, der Gewinne einfährt, sondern eine Frage der geistigen Einstellung. Es ist also wirklich wichtig und für eine Unzahl neuer Unternehmer eine Art Versicherung, etwas Zeit in die Bildung der eigenen Geisteshaltung zu investieren und das große Ganze zu erfassen, bevor sie anfangen, sich online selbständig zu machen.

www.gratistraining.com leistet seit mehr als zehn Jahren einen wesentlichen Beitrage dazu.

Copyright 2011, Helmut W. Karl

Braucht das Web Werbemüll?

Das Web wurde zum Begegnungssort von zwei besonderen Sorten der Spezies Mensch: Da sind Personen, die eine Chance und Möglichkeit im Web für ein neues wirtschaftliches Leben auf redlicher Grundlage sehen. Und da sind die anderen, die das große Geschäft in dieser Nische machen. (Und natürlich sind da die Dritten, die in keine der beiden genannten Gruppen fallen.)

Klar, ein „neuer Unternehmer“ sollte sorgfältig seine Hausaufgaben machen, bevor er den Schritt zum „Webunternehmer“ macht. Muss man es aber solchen Menschen anzulasten, dass sie (noch) nicht erkennen, wie sehr ihr Erfolg von ihnen selbst abhängt, und nicht von Geheimnissen, die professionell gestaltete Verführung verspricht? Ist es wirklich in Ordnung, dass man es einfach hinnimmt und sich sagt: „Selber schuld, warum ist er auch so dumm?“

Das soll kein Ruf nach neuen, von unseren Politikern sowieso meist unsinnig und dilettantisch gemachten Gesetzen sein! Das sind einfach Entwicklungsphasen, mit denen die Internet-Gemeinschaft fertig werden wird. Aber natürlich bleiben im Zuge dieser Entwicklung viele mit argen Blessuren auf der Strecke, und das muss nicht sein!

Mir scheint, dass die gegenwärtige Situation der Werbung im Web vor allem ein Indiz für die Ideenlosigkeit der Werbebranche im Ganzen ist. Im Grunde übernimmt sie die in der Sackgasse befindliche Situation der realen Welt (man denke bloß an die tägliche Produktion von Hundert Tausenden Tonnen bunten Werbemülls!) in das Web.

Un dann meint ein wenig sachkundiger und noch weniger kreativer Gesetzgeber den Bürger zu schützen, wenn Werbetreibenden mit existenzbedrohenden Risiken und Strafandrohung das Geschäftsleben schwierig gemacht wird.

Der Gründungsgedanke des Internet war ein ganz anderer – allem voran die Freiheit der Information und der freie Zugang zur Information. Das Internet könnte ein wesentlicher Meilenstein in der Entwicklung des Humanismus sein – doch es scheint, dass die große Idee den scheinbaren wirtschaftlichen (und politischen) Zwängen geopfert wird.

Ich finde nichts grundsätzlich Falsches an Werbung an sich, ich weiß, dass sie nötig ist. Aber ich finde auch, dass sie nicht unser Leben dominieren, lenken oder bestimmen darf, wie es heute schon geschieht.

Möglicher Weise hat die Koalition von Werbewirtschaft und Psychologie (ähnlich wie die von Politik und Psychologie, oder Pädagogik und Psychologie) die Werbung (Politik und Pädagogik) auf dem Weg bewusster Verführung von allen Skrupeln entkleidet und Tatsachen geschaffen, die niemand mehr in Frage stellt. Man nimmt diese „Tatsachen“ als unabänderlich hin – doch meines Erachtens zu Unrecht.

Nicht der „bessere Anbieter“ von Leistungen und Produkten sollte gewinnen, sondern der, der den Bedarf der Menschen besser deckt – und wer das ist, weiß der Konsument am besten, nicht der Psychologe, der den besser verführenden Werbetext verfasst.

Deshalb sollte der Konsument letztlich entscheiden, welches Angebot am besten seinem Bedarf entspricht und dieser Entscheidung auch Macht verleihen können.

Die Zeit für eine neue Marktvision für das Web ist gekommen! Die Möglichkeiten des Internet könnten dem Konsumenten neben einer Alternative zum Trommelfeuer all-gegenwärtiger Werbung die Macht bringen, störende, lästige, unehrliche und schwindelnde Werbung auf das Abstellgleis zu zwingen und einen Marktplatz zu schaffen, auf dem redliche Anbieter bevorzugt werden.

Mit der Website „Eine neue Marktvision“ unternahm ich den Versuch einer solche Vision, zu der ich alle „Menschen guten Willens“ einlade. Jeder helle Kopf, der Gefallen an der Grundidee findet, ist herzlich einladen, mit zu gestalten! Das Ganze soll der Menschheit an sich gehören und dem größten Nutzen aller Beteiligten dienen!

Helmut W. Karl (Copyright 2010, alle Rechte vorbehalten)

Verdienen im Internet – wie fang ich’s an?

Verdienen im Internet – wie fang ich an?

Die Monate seit dem Sommerurlaub habe ich (recht zeitaufwendig!) zum Teil damit verbracht, mich umzuschauen, was es alles an Informationen gibt für Menschen, die sich mit ersten Gedanken tragen, „ich will verdienen im Internet; wie fang ich’s an?“

So ist mir recht wenig Zeit geblieben, mich wieder mal „publizistisch“ zu betätigen und diesen Blog zu füttern. Und man mag es kaum glauben: Diese Abstinenz hat der Position meines Blogs in der Suchmaschinen-Ausgabe ziemlich geschadet! Sie ist um zwei Seiten „abgerutscht“.

Es gibt also immer noch recht viel zu lernen und herauszufinden, was im Einzelnen zu tun ist, um eine gute Ausgabe-Position zu gewinnen und auch zu behalten. Doch meine „Befunde“ veranlassen mich, ich an dieser Stelle meine etwas „abseits liegende Haltung“ zu bekräftigen:

Ich nenne meine Haltung „abseits liegend“, weil sie sich ganz klar und deutlich unterscheidet von der einer großen Zahl sogenannter „Gurus“, die das Web mit Schrott überschwemmen wollen, der als „Information“ verkleidet die Suchmaschinen täuschen soll.

Ich meine, dass das Internet (bzw. das WWW) zu den großartigsten Erfindungen der Menschheit gehört, weil es erstmals in der Geschichte der Menschheit wertvolle Information für ALLE zugänglich macht. Der Schlüsselbegriff hier ist wirklich „Information“, also Zugang zu wertvollem, nützlichen Wissen.

Es sollte unsere aller Bestreben sein, in diesem Medium nur solche Art Information – also nützliche, wertvolle und korrekte Information – zu verbreiten. Und wie passt da das Konzept herein eines „Erfinders“, der per Software Hunderte Webseiten mit „automatisch generierten Inhalten“ verkauft, um durch entsprechende „Optimierung“ die Suchmaschinen zu „dominieren“?

Solche Leute verkaufen ihre „Erfindungen“ massenweise für teures Geld im Web!

Ich finde, das ist  „unerträglicher Lärm“ für einen „Lesesaal“ – das ist schamloses „Verspammen“ nicht nur der Suchmaschinen, sondern auch des Web ganz allgemein, eine skrupellose Verschwendung von Ressourcen im Besitz der Allgemeinheit und eine Irreführung eines jeden gutgläubigen Kunden, der auf die schönen Worte hereinfällt.

Zugegeben … es ist meine persönliche Haltung und nicht zwangsläufig der Schrei nach gesetzlicher Regelung. Ich meine, dass die „Bürgerschaft des Web“ im Verein mit (verantwortungsbewusst betriebenen) Suchmaschinen mit solchen Umtrieben fertig werden kann und wird.

Doch denke ich, dass man gerade Menschen, die mit ihren Projekt „Verdienen im Web – wie fang ich’s an?“ ganz am Anfang stehen, vor der Scharlatanerie solcher Gurus warnen darf. Die verstehen es durchaus glänzend, die „auf der Hand liegenden“ Vorteile ihrer Konzept so glänzend darzustellen, dass man meinen könnte, pures Gold in Händen zu haben – bis man seine Nase tiefer hineinsteckt.

Es gibt aber auch sehr wohltuend kontrastierende Anbieter und „Informanten“ … ein in meinen Augen sehr erfreuliches Beispiel findet sich an der Adresse http://www.einsteigerclub.at – da gibt es eine Unmenge nützlicher Tipps und Hinweise gerade für „Einsteiger“.

Die Leute im Club“ haben meines Erachtens sehr gut verstanden, was man als „Neubürger des Web“ wirklich braucht und wissen sollte!

Der sichere Weg zum Misserfolg

Der sichere Weg zum Misserfolg

Heute geht es mir um die Erfolgs-Aussichten  mit einem Internet-Vorhaben. Im Besonderen wende ich die Aufmerksamkeit auf Menschen, die sich aus irgend einem Grund zu Hause ein Geschäft aufbauen wollen.

Das bekannteste Zitat in diesem Zusammenhang ist wohl, dass es keinen sicheren Weg zum Erfolg gäbe, jedoch einen sicheren Weg zum Misserfolg – nämlich wenn man es jedem Recht machen will. Doch diesen Weg wollen wir heute nicht gehen!

Es gibt noch eine ganz sichere Route zum Nicht-Erfolg – eine Route, die verlässlich ins Nichts führt. Anders als beim Streben, sich bei jedem Liebkind zu machen, bietet diese Route in voller Länge reichlich Stationen der Frustration und der Enttäuschung.

Diese beiden „Erlebnis-Qualitäten“ scheinen einen ganz besonderen  Wert zu haben – wie sonst könnte man begründen, warum ihr so viele Menschen trotz wiederholtem und begründetem Abratens hartnäckig folgen?

Die Route zum Nicht-Erfolg hat übrigens so viele Etappen, wie jeder will: Es gab schon Menschen, die bis an ihr Lebensende einfach nicht genug Enttäuschungen bekommen konnten! Für ihre eigentliche Absicht taten sie das genau Richtige: Sie mieden sorgfältig alle Gedanken um das ideale Online-Geschäft!

Wie man Nicht-Erfolg sichert

Wenn der geneigte Leser bei dieser Überschrift den Eindruck hat, dass hier Satire bemüht wird, dann trifft er ins Schwarze. Das hat wohl damit zu tun, dass Satire uns oft hilft, über unsere eigenen Fehler zu lachen und daraus zu lernen.

Die sicher Route zum Nicht-Erfolg beginnt mit dem Herausnehmen des normalen, gesunden Hausverstands, der einem sagt, dass Erfolg eine Frage von Treffsicherheit sei.

  • Der Erfolgreiche trifft sicher einen echten Bedarf,
  • er trifft sicher einen Markt,
  • er operiert mit Werbe-Botschaften, welche die Wünsche seiner Klientel sicher treffen, und so fort.
  • Und seine Treffsicherheit lässt ihn auch sofort erkennen, wo er für bessere Erfolge etwas dazu lernen muss, und wieder trifft er dies genau und beherrscht es rasch.

Der Hausverstand, dieser hinderliche Teil der natürlichen Grundausstattung des Menschen, wird am besten tiefgefroren auf Lager gelegt, damit er wirklich still bleibt, und weil es ja sein könnte, dass man der vielen verdienten Millionen mal überdrüssig wird, und dann etwas Neues, völlig Ungewohntes anfangen möchte (- vielleicht mit Hausverstand durchs Leben gehen?).

Fachwissen und so … alles altmodisches, überholtes Zeug. Heute weiß man, dass dies alles dank Internet unnötig ist. Hat man sich vor solchem Ballast erfolgreich gedrückt, ist man auch schon komplett gerüstet, loszulegen und viele der unzähligen Etappen anzusteuern. Man darf nur nicht vergessen, dass das Internet ja völlig neue Regeln geschrieben hat, und dass die oberste Regel lautet:

Die Sorge darum, Außergewöhnliches zu leisten, ist veraltet, denn der Markt ist so gewaltig, dass du auch mit Mist sagenhaft reich werden wirst!

Dazu lassen unzählige neue Webunternehmer eine weitere neue Regel erkennen:

Wer überzeugende Verkausftexte benutzt, ist ganz bestimmt ein Guru, dessen Rat man befolgen muss. Früher mal, in der Steinzeit vielleicht, gab es Leute, die solche Texte in Auftrag fertigten, weil sie als Fachleute auf ihrem Gebiet Spitzenleistungen erbrachten. Ein echter Guru wird natürlich ganz bestimmt nicht auf solch veraltete Ressourcen zurückgreifen .. er macht das alles selbst – gelang ihm doch eine weltbewegende Entdeckung, als er ganz zerstört am Boden lag!

Schließlich will er dir jetzt ja zeigen, dass du weder Fachwissen noch Fachleute brauchst! Du brauchst nur sein eBuch, seinen Report oder sein Geheimnis zu kaufen, und schon bist du für die erste Million und viele weitere gerüstet!

Aber sollten sich doch noch Zweifel melden, dann kommst Du – natürlich kostenlos und unter Freunden – per Video in den Genuss der wahren Lebensgeschichte deines Meisters!

Du erfährst in allen intimen Details, wie ihm, dem Schulabbrecher und Versager, der nie einen Job halten konnte, durch göttliche Fügung – oder eigenes Genie, wo ist der Unterschied? – ein Geheimnis offenbar wurde, das er – demnächst – mit Dir teilen wird. Und jetzt du bist sooo beeindruckt und fühlst dich ganz persönlich angesprochen!

Da gibst du dich ganz dem Genuss der Wühltischmentalität hin und das Schnäppchen, das letztes Jahr noch mit 1997,49 angeschrieben war, heute vormittag im Ausverkauf noch 497,50 kosten sollte, darfst du dir jetzt um lächerliche 197,75 an Land ziehen … dein ganz sicheres Ticket zum Einkommen, von dem du schon immer geträumt hast!

Nur ganz wenige haben an dieser Stelle den genialen Einfall, jetzt immer noch nicht zuzuschlagen, und bekommen – weil man sich ja schon so gut kennt, unter Freunden – gleich nach dem Schließen des Browserfensters, ausnahmesweise! – ein einmaliges Sonderangebot: Für nur 97,95 ist es dein! Jetzt schlägst du zu und hast damit dein ausgesprochenes Talent für’s Webgeschäft unschlagbar unter Beweis gestellt!

Wurde nicht kurz irgendwo erwähnt, dass „erfolgreiche Geschäftsleute“ immer sofort entscheiden? Na prima, da bekommst du noch extra als kostenlose Zugabe Anerkennung, was für ein kluger Unternehmer du bist!

Sollte dich jedoch dieses Geheimnis völlig überraschend von der gewählten Route ab- und Dir Arbeit einbringen, die du nie erwartet hättest, dann dürfte es sich wahrscheinlich um eine Art Betriebsunfall handeln, und sowas soll ja vorkommen.

Wenn du alles richtig machst, kommst du im Normalfall planmäßig an der nächsten Station an. Wenn du dann bei vielleicht zehn oder mehr solch einzigartigen Geschäften monatlich um die 15 oder 20 Besucher in deine phantastische Verkausfseite gebracht hast, weil du tapfer und erfolgreich erste Schritte zum Online-Erfolg der alten Schule vermieden hast, gibt es immer noch Hoffnung:

Schlage doch den Weg dorthin ein, wo im Internet offenbar viele Millionen Euro, Yen, Rubel und Dollars darauf warten, in deine Tasche umverteilt zu werden. So ein Geschäft ist ideal dazu geeignet, Hunderte Millionen Besucher anzuziehen wie der Rauch feuchter Zweige die Steckmücken! Ja, wie heißt die absolut beste Lösung für dich?

Eröffne ein Shop im Web, in dem du lauter Dinge anbietest, die so gut wie alle Leute – denke doch: Über acht Milliarden Menchen! – irgendwann im Leben mal brauchen! Und vor allen Dingen: Kümmere dich auf keinen Fall um deinen Markt, denn das Internet ist ja der größte Markt, den die Menschheit je gesehen hat, und es hat ja alle bisher gültigen Regeln annuliert!

Wer eine Lehre aus dieser Geschichte ziehen kann, wird kaum jemals Probleme beim Geldverdienen haben!

Sinn und Unsinn sogenannter sozialer Interaktion

Vom Sinn und Unsinn vorgetäuschter sozialer Interaktion

Ja, wenn man das Web gewisser Maßen von außen betrachtet, dann hat es den Anschein, als ob es insgesamt ein Gewebe der Verbindungen von lauter Freunden wäre. Wo es eine Möglichkeit gibt, „seinen Senf“ beizutragen, scheint es, finden sich Freunde, die es tun.

Und dann kommt einem die Lehre eines Verkehrs-Guru unter, der dir unmissverständlich erklärt, dass du mit deiner Website gar nicht anders kannst, als auf den fahrenden Zug auf zu springen und auch dabei zu sein. Dabei sein, scheint es, ist alles! Es dauert nicht lange, und der Neuling entdeckt, dass diese Lehre nicht bloß von seinem Guru kommt, dem er vertraut, sondern dass es buchstäblich Tausende Gurus sind, die das gleiche Lied singen!

Also muss es doch wahr sein! Also heißt es, wenn du Erfolg haben willst, hinterlässt du deinen seinen Senf in jeder Site, in der du eine Möglichkeit findest, etwas zu kommentieren! Es ist ja völlig egal, was und wie du kommentierst, solange du’s nur tust und deine Adresse hinterlässt!

Ich weiß nicht, ob wir diese moderne Art von „digitalem Lärm“ dem einen Guru, der das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass Google Kommentare über alles lieben würde, oder den Tausenden Möchtegern-Gurus, die das Gerücht als ihre eigene Weisheit unter die Leute brachten, verdanken. Aber ich weiß sicher, dass ich es als kaum etwas anderes denn als „Lärm“ (um nichts) ansehe.

Wo ist da eigentlich die „Nettikette“ geblieben, jener offenbar völlig aus der Mode gekommene Respekt vor der Intimsphäre einer Gruppe, eines Blog-, Artikel- oder Website-Autors geblieben, der es verbietet, sich mit irrelevanten Bemerkungen in fremde Unterhaltungen einzumischen?

In der Anfangszeit des Internet gab es den Begriff des „Flamens“ in den Newsgroups. Jemanden zu „flamen“ bedeutete, sein digitales Leben fast zu zerstören, es aber ganz sicher sehr zu erschweren. Das widerfuhr Leuten, die sich in grob unhöflicher Weise in fremde „Unterhaltungen“ einmischten und ihre „Werbung“ (bzw. den Unrat, den sie für solches hielten) überall abluden. Newsgroups sind zwar mit dem Web (2.0) etwas aus der Sicht der „Surfer“ geraten, aber die Unart der „Spammer“ hat sich aus den Newsgroups völlig ungehindert ins Web verlagert.

Mit Spammer meine ich jetzt nicht nur die nur mehr als „Seuche“ und „Plage“ anzusehenden Vermüller des Mailverkehrs, ich meine damit ganz eindeutig die nicht minder grauenhaften Verunreiniger des Web durch „Kommentare“, die angeblich von Google so sehr geliebt werden.

Es fällt mir nicht schwer vorherzusehen und vorauszusagen, dass Google in absehbarer Zeit seinen Algorithmus für die Bewertung von Informationen in Websites und Webseiten so ändern wird, dass all die vielen „Kommentare“ ihre Bedeutung als heiß begehrte „Backlinks“ werden verloren haben. (Und ich wage die Prophezeiung, dass es dann wieder Gurus geben wird, die eine „noch innovativere Form der Vermüllung“ propagieren werden!)

Ich denke, Unhöflichkeit bleibt Unhöflichkeit, egal wo und in welcher Form sie geschieht. Und ich denke, dass Google ganz gewiss nicht ernsthaft durch komplizierte Technologie das Web 2.0 zu einem Krebsgeschwulst der Unhöflichkeiten machen will, damit denkfaule „Werbetreibende“ es einfacher haben, ihren Müll in den Suchmaschinen einzuchwindeln.

Über den Autor: Helmut W. Karl war viele Jahre in der Schulung von Technikern, im Systems-Design und auf pädagogischem Gebiet tätig. Seit 1996 beobachtet er Webvermarktung und betreibt seit 1998 ein Gratistraining für Menschen, die sich im Web selbstständig machen wollen.

Im Web verdienen – Gedanken zur Suchmaschinen-Werbung

Google hat die Regeln, wie im Web Geschäft gemacht wird, verändert. Ich denke, dass dieser Ansicht jeder zustimmt, der etwas Erfahrung mit „Suchmaschinen Optimierung von Websites“ hat. Doch wohin fährt dieser Zug? Wo werden schließlich die Gewinner sein?

Wer im Web verdienen will, kann sein Konzept kaum ohne Bedachtnahme auf Google erstellen. Halten wir ein paar Tatsachen fest, die für das Web gelten und seine Entwicklung bestimmen werden.

Da ist zuerst einmal die Ansicht, dass der zentrale Begriff des Webs „Information“ sei. Das Web ist heute (nicht zuletzt auch durch den Einfluss von Google) für mehr Menschen, als je Druckwerke als Informationsquelle nutzten, der erste Ort, wo sie ihren Informationsbedarf stillen.

Eine Suchmaschine, die einen Ruf und eine Marktposition erringen will, muss dem Rechnung tragen. Wenn sie Bewertungen (für die Ausgabe) trifft, muss dem Gehalt an Information – und ihrem Wert! – eine vorrangige Bedeutung zukommen.

Dann kommt die Ansicht, dass das Web überhaupt der größte Marktplatz, der je in der Welt existierte, sei. Die Umsatzzahlen über das Webs erreichen Jahr für Jahr neue Höchstwerte. Mehr Menschen, als je nach Katalog in Versandhäusern kauften, nutzen heute das Web als den „Katalog ihrer Wahl“.

Auf den ersten Blick scheinen beide Aspekte einen gemeinsame Drehpunkt zu haben, nämlich „Information“. Bleibt die Frage zu beleuchten, ob dies auch in der Praxis tatsächlich so ist.

Die erste Unterscheidung, die ins Auge fällt, liegt in der Betrachtung der Beteiligten – dem Konsumenten einerseits und dem Anbieter andererseits. Sehen beide im Begriff „Information“ dieselben Inhalt? Ich glaube nicht, aus einem recht einfachen Grund:

Will man im Web verdienen, dann ist man gezwungen, seine Angebote im Web so zu präsentieren, dass sie gekauft werden. Wäre die „reine Information“ vorrangig, dann müsste das Web von „Datenblättern“ und „Spezifikationen“ – also exakte Daten und Informationen zu jedem Produkt – überquellen.

Tatsache ist, dass kein Mensch seinen täglichen Bedarf nach „exakten Spezifikationen“ kauft, vielmehr ist die überwiegende Mehrzahl von Kaufabschlüssen emotional beding. Etwas überspitzt ausgedrückt heißt es, dass die Menschen nicht kaufen, was sie brauchen, sondern kaufen, was sie „haben müssen“. „Information“ spielt da eine untergeordnete Rolle.

Würden Sie einen Laib Brot nach den „Informationen über die Inhaltsstoffe“ kaufen, oder weil sein Aussehen Sie anspricht? (Dass Sie dann vielleicht doch noch nach „technischen Daten“ fragen, beweist nicht viel, sie liefern vielleicht nur die rationale Rechtfertigung für Ihre Auswahl.) Wenn man im Web verdienen will, darf man dies nicht außer Acht lassen – oder muss mit den Konsequenzen leben.

Kaufleute wissen das, und Werbefachleute wissen das auch. Die Kunst dieser Berufsgattungen liegt darin, die Waren so anzubieten, dass der emotionale Aspekt zum Tragen kommt, ohne sich störend bemerkbar zu machen. Sie wissen, dass sie so gut wie nichts verkaufen würden, solange sie „rein rational“ bleiben und alle „emotionalen Faktoren“ aussieben. Wer also ein Geschäft errichtet, mit dem er im Web verdienen wird, muss sich diese Kunst aneignen.

Wie geht nun der Kaufmann mit dem Web um, wenn er es einsetzt, um seine Waren abzusetzen?

Er kann nicht anders, als die emotionalen Aspekte seiner Waren oder Leistungen als „Information“ darzustellen. Er muss gewisser Maßen Hybriden aus Information und Emotion ausschicken und sie in den Suchmaschinen so platzieren, dass potentielle Kunden sie finden und „sein virtuelles Geschäft“ betreten, um ihre Wünsche zu stillen.

Doch genau mit dieser Zielsetzung stellt er eine ernst zu nehmende Konkurrenz für den Betreiber der Suchmaschine dar. Suchmaschine würden ihr eigenes Geschäft mit der Werbung abgraben, gäben Sie dieser Art von Präsentation Vorrang vor guter Information!

Zum Dritten kommt jetzt die Tatsache, dass Suchmaschinen als Einrichtungen von gewaltigen Ausmaßen auch entsprechend hohe Kosten verursachen, ins Spiel. Diese Kosten wollen nicht bloß gedeckt sein, die Suchmaschinen müssen natürlich ihren Betreibern auch einen möglichst hohen Ertrag einbringen.

Es liegt ja auf der Hand, dass jemand, der um buchstäblich alles gefragt wird, die uneingeschränkte Macht hat, von jedem sich daraus entwickelnden Geschäftsfall ein Scheibchen abzuschneiden. Suchmaschinen tun dies, indem sie bei buchstäblich jeder einzelnen Suchanfrage für einschlägig geschaltete Werbung einen Obulus kassieren.

Googles Jahresumsatz aus solchen Werbeeinnahmen lässt so manches Nationalbudget unbedeutend und lächerlich klein erscheinen!

Was bedeutet dies für den Webvermarkter? Hier will ich nur den Aspekt des im Web Gefunden-Werdens betrachten.

Ich meine, dass die bisher allgemein geübte Praxis der „Suchmaschinenoptimierung“ von Google immer mehr ins Abseits gedrängt wird. Sites mit „puren Informationen“ werden vor Verkaufs-Sites immer mehr die Oberhand gewinnen: Google wird auf Dauer von Umsätzen, die mit Googles Hilfe zustande kamen, ein Scheibchen haben wollen – und das wird über Adsense-ähnliche Mechanismen bewerkstelligt werden.

Webvermarkter werden es deshalb zunehmend schwerer haben, für Verkaufs-orientierte Sites allein durch (kostenlose) Suchmaschinen-Werbung ausreichend große Besucherzahlen zu gewinnen, weil ihre Website durch einschlägigen Optimierungen bei Google abgewertet werden.

Auf Information ausgelegte Websites werden zunehmend mit Adsense-ähnlichen Mechanismen für beide Seiten – dem Informationsanbieter auf der einen und die Suchmaschinen auf der anderen Seite – „ausgenutzt“ werden.

Die anderen (großen) Suchmaschinen werden nachziehen, und auch Google selbst wird seine Marktposition nicht halten können. Aber die durch Google veränderten Bedingungen werden bleiben, und andere werden, davon ausgehend, das Konzept weiter entwickeln.

Webvermarkter werden neue Strategien entwickeln müssen, die vor allem den Gebrauchswert des Web für den Nutzer verbessern, und der Neigung der Suchmaschinen, „Herr über geschäftliche Anbahnungen“ zu sein, Rechnung tragen. Aus diesem Grund werden Vermarktung und Verkauf auf Dauer sich zu zwei von einander getrennte Aktivitäten entwickeln.

Über den Autor:

Helmut W. Karl war viele Jahre in der Schulung von Technikern, im Systems-Design und auf pädagogischem Gebiet tätig. Seit 1996 beobachtet er Webvermarktung und kooperiert seit 1999 mit einem US-Unternehmen, dessen Trainingsleistungen er übersetzt in der Website im-web-verdienen.de dem deutschen Markt anbietet.

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