Sinn und Unsinn sogenannter sozialer Interaktion

Vom Sinn und Unsinn vorgetäuschter sozialer Interaktion

Ja, wenn man das Web gewisser Maßen von außen betrachtet, dann hat es den Anschein, als ob es insgesamt ein Gewebe der Verbindungen von lauter Freunden wäre. Wo es eine Möglichkeit gibt, „seinen Senf“ beizutragen, scheint es, finden sich Freunde, die es tun.

Und dann kommt einem die Lehre eines Verkehrs-Guru unter, der dir unmissverständlich erklärt, dass du mit deiner Website gar nicht anders kannst, als auf den fahrenden Zug auf zu springen und auch dabei zu sein. Dabei sein, scheint es, ist alles! Es dauert nicht lange, und der Neuling entdeckt, dass diese Lehre nicht bloß von seinem Guru kommt, dem er vertraut, sondern dass es buchstäblich Tausende Gurus sind, die das gleiche Lied singen!

Also muss es doch wahr sein! Also heißt es, wenn du Erfolg haben willst, hinterlässt du deinen seinen Senf in jeder Site, in der du eine Möglichkeit findest, etwas zu kommentieren! Es ist ja völlig egal, was und wie du kommentierst, solange du’s nur tust und deine Adresse hinterlässt!

Ich weiß nicht, ob wir diese moderne Art von „digitalem Lärm“ dem einen Guru, der das Gerücht in die Welt gesetzt hat, dass Google Kommentare über alles lieben würde, oder den Tausenden Möchtegern-Gurus, die das Gerücht als ihre eigene Weisheit unter die Leute brachten, verdanken. Aber ich weiß sicher, dass ich es als kaum etwas anderes denn als „Lärm“ (um nichts) ansehe.

Wo ist da eigentlich die „Nettikette“ geblieben, jener offenbar völlig aus der Mode gekommene Respekt vor der Intimsphäre einer Gruppe, eines Blog-, Artikel- oder Website-Autors geblieben, der es verbietet, sich mit irrelevanten Bemerkungen in fremde Unterhaltungen einzumischen?

In der Anfangszeit des Internet gab es den Begriff des „Flamens“ in den Newsgroups. Jemanden zu „flamen“ bedeutete, sein digitales Leben fast zu zerstören, es aber ganz sicher sehr zu erschweren. Das widerfuhr Leuten, die sich in grob unhöflicher Weise in fremde „Unterhaltungen“ einmischten und ihre „Werbung“ (bzw. den Unrat, den sie für solches hielten) überall abluden. Newsgroups sind zwar mit dem Web (2.0) etwas aus der Sicht der „Surfer“ geraten, aber die Unart der „Spammer“ hat sich aus den Newsgroups völlig ungehindert ins Web verlagert.

Mit Spammer meine ich jetzt nicht nur die nur mehr als „Seuche“ und „Plage“ anzusehenden Vermüller des Mailverkehrs, ich meine damit ganz eindeutig die nicht minder grauenhaften Verunreiniger des Web durch „Kommentare“, die angeblich von Google so sehr geliebt werden.

Es fällt mir nicht schwer vorherzusehen und vorauszusagen, dass Google in absehbarer Zeit seinen Algorithmus für die Bewertung von Informationen in Websites und Webseiten so ändern wird, dass all die vielen „Kommentare“ ihre Bedeutung als heiß begehrte „Backlinks“ werden verloren haben. (Und ich wage die Prophezeiung, dass es dann wieder Gurus geben wird, die eine „noch innovativere Form der Vermüllung“ propagieren werden!)

Ich denke, Unhöflichkeit bleibt Unhöflichkeit, egal wo und in welcher Form sie geschieht. Und ich denke, dass Google ganz gewiss nicht ernsthaft durch komplizierte Technologie das Web 2.0 zu einem Krebsgeschwulst der Unhöflichkeiten machen will, damit denkfaule „Werbetreibende“ es einfacher haben, ihren Müll in den Suchmaschinen einzuchwindeln.

Über den Autor: Helmut W. Karl war viele Jahre in der Schulung von Technikern, im Systems-Design und auf pädagogischem Gebiet tätig. Seit 1996 beobachtet er Webvermarktung und betreibt seit 1998 ein Gratistraining für Menschen, die sich im Web selbstständig machen wollen.

6 Äußerungen zu „Sinn und Unsinn sogenannter sozialer Interaktion“

  • Wieder einmal ein schöner Artikel!

    Freu mich schon auf den nächsten!

    Gruß Der Bonze

  • Das ist ein interessanter Post – freue mich mehr zu lesen.

  • Hallo.
    Ich mochte mit Ihrer Website blog.businesspark.org Links tauschen

  • HWK:

    Gerne! … warum schreiben sie mich nicht direkt an und unterbreiten Sie mir Ihren Vorschlag? Sie finden meine Adresse in der Website: Rechts oben Verweis zu „Businesspark Home“, und da im Fuß der Seite Verweis „Kontat & Impressum“ – da ist ein Formular, mit dem Sie mich kontaktieren können!
    Auf bald dann,
    Helmut

  • Wieso sollte man Kommentare spammen?

  • HWK:

    Hi Testi,

    ist die Frage wirklich ernst gemeint? Ich nehme an, dass es so ist, und dass Dir der „Mechanismus“ dahinter nicht klar ist.

    Fangen wir mit dem Begriff „Spam“ an: Spam ist (generell) Werbung, die jemand erreicht, der nichts von der Sache wissen wollte, also so was wie die „Postwurfsendung“, die meist im Mülleimer landet.

    Wie kann man einen Blog „spammen“ (also mit Spam voll machen wie einen Postkasten)? Einfach indem man die Möglichkeit, einen Kommentar zu einem vorhandenen Artikel abzugeben, missbraucht und statt einer Äußerung zum Inhalt irgend eine Werbung einträgt. (Ich bekam z.B. Dutzende solche „Kommentare“ im Umfang von über 1000 Wörtern.)

    Und wieso ist es so „beliebt“, Kommentare zu spammen? Weil viele Gurus behaupten „Google liebt Blogs und indiziert sie immer ganz schnell!“ und „Ein ‚Backlink‘ (also ein Verweis auf eine Website) aus einem Blog steigert den Wert der Website“ aus der Sicht von Google.
    Obwohl beides etwas Wahres an sich haben mag, ist es nicht die ganze Wahrheit, was aber ausreicht, dass chronische Spammer ganze „Arbeiterheere“ darauf ansetzen, alle Blogs des Web mit ihrer schamlosen Werbung – oft recht gefinkelt versteckt in scheinbaren Kommentaren wie „Gut gesagt! Man kann aber doch auch anderer Meinung sein, oder?„, gespickt mit einer Phantasie-eMail-Adresse und einem URL – zu versauen.
    (Schau mal einfach die zu diesem Artikel schon vorhandenen Kommentare aus diesem Blickwinkel an … sie sind halt nicht ganz schamlos und deshalb nicht gelöscht worden.)

    Und warum tut das „weh“? – Weil diese Leute (1.) oft den Speicherplatz des Blogbetreibers verbraten,
    (2.) sie die Bandbreite des Betreibers ungefragt nutzen, und
    (3.) oft dem Blog in den Suchmaschinen schaden, weil er massenweise auf Adressen verweist, die als „Spamziel“ bekannt sind.

    Im Grunde „stehlen“ sie fremde Ressourcen für ihre Zwecke.
    Obwohl dies nicht in jedem Fall zurtifft – dann zum Beispiel wenn es ein öffentlicher kostenloser Blog ist, wie etwa bei Google oder WordPress und zahllose ähnliche.
    Sie stehlen aber immer noch die Reputation des Blog (-Betreibers) für ihre Zwecke und mindern den Wert seiner Veröffentlichungen, weil unter Umständen völlig inhaltsleere Texte den gehaltvollen Text bei Weitem überwiegen. Was aber in jedem Fall bleibt, ist der Schaden an Reputation, der einem Blog widerfährt, der Hunderte oder gar Tausende Verweise auf Spammer-Sites aufweist.
    Wer hat das schon gerne? Warum in aller Welt sollten sie ihre eigene Werbung nicht auf eigene Kosten treiben?

    Auf Deinen Weberfolg!
    Helmut

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