Webarbeit oder Webgeschäft?

Wenn ich die Statistiken vieler Websites betrachte und versuche herauszufinden, was ihre Betreiber denn mit ihrem Webgeschäft erreichen wollen, dann steigen eine Menge Fragen in meinen Kopf auf.

Kürzlich kam zu den Fragen auch eine Art Schlaglicht dazu: Mir wurde plötzlich klar, dass zwischen dem, was jemand „offiziell“ (oder intellektuell) will und dem, was er aus tiefem Selbst heraus (oder emotional) will, eine große Kluft liegen kann.

Der erste Hinweis darauf ergab sich, als ich mich wunderte, wie es sein kann, dass bei offensichtlich so viel investierter Arbeit am Ende so wenig an Substanz heraus kommen kann. Mir fiel eine Episode aus meinen sehr frühen Berufsjahren ein, als ich zum ersten Mal öffentlich die (politische) Forderung nach Schaffung von Arbeitsplätzen hörte.

Damals saß ich an meinem Arbeitsplatz (eine Art mit Messgeräten ausgestatteter Werkbank) und hörte Radio, während ich meiner Arbeit nachging. Ein Arbeitsplatz war für mich so etwas wie meine Werkbank, oder der Schreibtisch meines Schefs, oder die Theke, an der seine Tochter den Verkauf erledigte. „Einen Arbeitsplatz schaffen“ hieß für mich, einen Raum so auszustatten … aber wieso sollt sich ein Politiker darüber den Kopf zerbrechen?

Nun war das zu einer Zeit, wo man im ganzen Land qualifizierte Arbeitskräfte suchte. Jahre später wurde mir klar, dass diese Forderung etwas ganz anderes meinte, als ich verstanden hatte: „Arbeitsplätze schaffen“ war fordern, arbeitslose Leute zu beschäftigen und ihnen so zu Einkommen und Brot zu verhelfen. Nichts Schlechtes also, eigentlich.

Ich war aufgewachsen mit dem Verständnis, dass man „Beruf und Stellung“ anstrebt, um Einkommen und Wohlstand zu erzielen. Erreicht man Beruf und Stellung, dann ist für den Arbeitsplatz gesorgt. Natürlich kann man eine Stellung verlieren, aber wer seinen Beruf beherrscht, findet leicht eine Alternative. Das Schlüsselwort war eindeutig „beherrschen“ – einen Beruf und alles damit Zusammenhängende.

Im Lauf der Zeit wurde der Arbeitsplatz zur politischen Worthülse …  ein Schlagwort, das gut klingt, und für das der Politiker nichts weiter zu tun hat, als es in den Mund zu nehmen. Dass die Politiker damit Geisteshaltung bildeten, erkannten sie nicht; wann gab es zuletzt einen Politiker, der sich der Folgen seines Handelns bewusst ist? Eine ausgestorbene Lebensform!

Und jetzt, scheint mir, kann man die Folgen dieser politischen Entgleisung recht schön im Web beobachten:
Menschen verlieren nicht mehr bloß den Arbeitsplatz, sie verlieren damit auch Stellung, Beruf und Einkommen. Sie suchen nach Alternativen und könnten sich selbständig machen und zumindest wieder ein akzeptables Einkommen erzielen.

In dieser Gleichung fehlt aber – logischer Weise, weil die Politiker der letzten 40 Jahre diesen Faktor eliminiert haben – das eigentlich selbstverständliche Streben nach Sachbeherrschung. Ist es da weit hergeholt, dass sie auch in der „neuen Selbständigkeit“ primär den Arbeitsplatz sehen und die Beherrschung der erforderlichen Tätigkeiten aus ihren Bewusstsein völlig eliminiert haben könnten?

Menschen in wirtschaftlich schwieriger Lage „machen sich selbständig“, indem sie sich selbst einen Arbeitsplatz schaffen statt eines Unternehmens. So können sie wieder „einer Arbeit nachgehen“. Offenbar übersehen sie aber das große Umfeld eines JEDEN Arbeitsplatzes in der Wirtschaft:

Jeder Arbeitsplatz in der realen Wirtschaft ist ein Posten, der im Grunde nur ein Rädchen in einem größeren Getriebe darstellt; jeder Posten erbringt eine Leistung, die zu einem Endergebnis beiträgt. Er kann nicht funktionieren ohne die beitragenden Leistungen der im Getriebe vorausgehenden und im Getriebe nachfolgenden Posten. Jedes funktionierende Unternehmen hat solch eine Struktur.

Will man sich selbständig machen, muss man mit dem großen Ganzen in Sinn beginnen, nicht mit dem „Arbeitsplatz“! Gestaltet man das große Ganze, dann ergeben sich Arbeitsplätze, die man besetzen muss. Schafft man nur Arbeitsplätze OHNE etwas großes Ganzes im Sinn, dann kann es kein Endergebnis geben – außer eben einen Arbeitsplatz mit einem „vollbeschäftigten“ Menschen ohne Wertschöpfung.

Für mich ist damit auch klar, warum solch „neue Selbständige“ stets auf der Jagd nach Gewinn versprechenden Gelegenheiten sind. Der erhoffte Gewinn gibt dem Arbeiteinsatz hoffentlich Sinn. Ein Pferd, von hinten aufgezäumt.

Meist bleibt der Gewinn aus, weshalb für die überwältigende Mehrheit solcher „Unternehmer“ die neue Selbständigkeit in Frustration und Schuldzuweisung. Beträchtlich über 80% solcher „Gründer“ geben enttäuscht auf!

In meinen Augen ist es jedoch nicht eine Frage von Schuld oder Recht, ob ein neuer Selbständiger auch Unternehmer ist, der Gewinne einfährt, sondern eine Frage der geistigen Einstellung. Es ist also wirklich wichtig und für eine Unzahl neuer Unternehmer eine Art Versicherung, etwas Zeit in die Bildung der eigenen Geisteshaltung zu investieren und das große Ganze zu erfassen, bevor sie anfangen, sich online selbständig zu machen.

www.gratistraining.com leistet seit mehr als zehn Jahren einen wesentlichen Beitrage dazu.

Copyright 2011, Helmut W. Karl

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